Ein Hausnotrufsystem einfach erklärt aus dem Pflege.info Magazin

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Ein Hausnotrufsystem einfach erklärt

Ein Hausnotrufsystem ist eine technische Einrichtung, die älteren, kranken oder körperlich eingeschränkten Menschen mehr Sicherheit im Alltag bietet. Es ermöglicht, im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe anzufordern – rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Ziel eines Hausnotrufsystems ist es, den Betroffenen ein möglichst selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen und gleichzeitig Angehörige zu entlasten.

Funktionsweise des Hausnotrufes. Ein Hausnotrufsystem besteht im Wesentlichen aus drei Hauptkomponenten:

Hausnotrufzentrale (Basisstation):
Diese wird an das Telefonnetz oder das Internet angeschlossen und befindet sich meist in der Wohnung des Teilnehmers. Sie dient als Verbindung zwischen dem Nutzer und der Notrufzentrale.

Funk-Sender (Notrufknopf):
Der Sender wird in der Regel als Armband oder Halskette getragen. Mit nur einem Knopfdruck kann der Nutzer in einer Notsituation einen Alarm auslösen. Der Sender ist wasserdicht, sodass er auch beim Duschen getragen werden kann.

Notrufzentrale:
Wird der Knopf gedrückt, stellt die Basisstation automatisch eine Sprachverbindung zu einer 24-Stunden-Notrufzentrale her. Geschulte Mitarbeiter nehmen Kontakt mit dem Nutzer auf, klären die Situation und leiten die notwendigen Schritte ein – zum Beispiel das Rufen eines Rettungsdienstes oder das Informieren von Angehörigen.

Ablauf eines Notrufs

➤ Der Nutzer drückt den Notrufknopf

➤ Die Basisstation stellt eine Verbindung zur Notrufzentrale her

➤ Der Mitarbeiter meldet sich über die Freisprechanlage (Beispielsweise mit: „Hier ist die Notrufzentrale, was ist passiert?“)

➤ Der Nutzer des Hausnotrufsystems beschreibt, was geschehen ist – sofern er sprechen kann

Die Notrufzentrale entscheidet ob und wenn ja welche Hilfe notwendig ist.

Hausarzt oder Pflegedienst, wenn kein akuter Notfall besteht.

Rettungsdienst oder Feuerwehr, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht.

Angehörige oder Nachbarn, wenn Unterstützung im Alltag gebraucht wird

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Moderne Hausnotrufsysteme verfügen über zusätzliche Sicherheitsfunktionen, z. B.:

Sturzsensor: Erkennt automatisch einen Sturz und löst selbständig einen Notruf aus.

GPS-Ortung: Besonders für Menschen mit Demenz geeignet – der Standort kann im Notfall genau bestimmt werden.

Bewegungssensoren: Überwachen die Aktivität im Haushalt und erkennen ungewöhnliche Inaktivität.

Mobile Notrufgeräte: Funktionieren auch außerhalb der Wohnung über das Mobilfunknetz.

Rauchmelder- oder Türsensor-Anbindung: Erhöht die Sicherheit zusätzlich.

Zielgruppen von Hausnotrufsystemen. Hausnotrufsysteme richten sich insbesondere an:

➤ Senioren, die alleine leben.

➤ Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

➤ Personen mit erhöhtem Sturzrisiko.

➤ Menschen nach einer Operation oder Reha-Phase.

➤ Auch Angehörige profitieren, da sie wissen, dass im Notfall sofort Hilfe kommt.

Kosten und Finanzierung

➤ Die Kosten für ein Hausnotrufsystem setzen sich in der Regel aus einer einmaligen Anschlussgebühr und einer monatlichen Grundgebühr zusammen. Je nach Anbieter liegt die monatliche Gebühr meist zwischen 20 und 40 Euro.

➤ Pflegekasse: Nach § 40 SGB XI kann die Pflegekasse die Nutzungsgebühren für ein Hausnotrufsystem mit bis zu 25,50 Euro pro Monat bezuschussen. (Ein Pflegegrad muss dabei vorhanden sein)

➤ Selbstzahler: Ohne Pflegegrad muss der Nutzer die Kosten selbst tragen.

➤ Zuschüsse: Teilweise bieten Kommunen oder Wohlfahrtsverbände finanzielle Unterstützung an

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Vorteile eines Hausnotrufssystems

➤ Schnelle Hilfe im Notfall

➤ Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit

➤ Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag

➤ Entlastung für Angehörige

➤Erweiterbar durch Zusatzfunktionen

Nachteile & Grenzen einen Hausnotrufsystems

Monatliche Kosten

Technische Abhängigkeit (Strom, Internet oder Telefonleitung)

Gefahr von Fehlalarmen

Keine Garantie, dass der Nutzer den Knopf immer trägt

zu guter letzt…

Ein Hausnotrufsystem ist ein wichtiger Bestandteil moderner Senioren- und Behindertenhilfe. Es bietet Sicherheit, fördert die Selbstständigkeit und ermöglicht es vielen Menschen, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Trotz der Kosten überwiegen die Vorteile deutlich – sowohl für die Nutzer als auch für ihre Angehörigen.